Enge Entscheidungen nach sechs Rennen

Meistertitel geht an Tom Nittel

Obwohl Serienorganisator Thomas Röpke noch einmal alle Kräfte und Kontakte mobilisierte, blieb es bei drei Saisonläufen. Wie schon in den Frühjahrsmonaten machte die Corona-Pandemie allen Planungen letzten Endes einen Strich durch die Rechnung. Trotz aller Schwierigkeiten war es eine Saison, die auf der sportlichen Seite viel zu bieten hatte.

Mit Tom Nittel (318ti Cup) sammelte ein ganz junger Pilot die meisten Zähler in den sechs Rennen. Der Youngster sicherte sich mit 34 Zählern den Meistertitel in der DMV BMW Challenge. Damit holte der Sohn von ex-Rallye Ass Uwe Nittel fast die Maximalausbeute, welche in der 318is Cup Klasse zu erzielen war. Im Gegensatz zu den letzten Jahren war die kleinste Challenge Klasse in diesem Jahr voll. Und vor allem immer eng umkämpft. Somit hat der Titel trotz der wenigen Rennen eben auch einen hohen sportlichen Wert.

Beim Saisonstart auf dem Lausitzring musste sich der spätere Titelträger bei seiner Tourenwagenpremiere noch hintenanstellen. In der Lausitz teilten sich Ioannis Smyrlis und Theo Oeverhaus die Klassensiege. Den ersten Sieg feierte Nittel beim ersten Auftritt der DMV BMW Challenge im Racepark Meppen. Dort schnappte sich Smyrlis seinen zweiten Klassensieg, während Theo Oeverhaus die zehn Zähler für den zweiten Platz einstrich. Der entscheidende Erfolg war der Sieg im ersten Rennen auf dem Sachsenring. Da weder Smyrlis noch Oeverhaus voll punkten konnten, übernahm Nittel die Meisterschaftsführung. Mit seinem Sieg im zweiten Rennen hatte zudem Max Rosam mit Smyrlis und Oeverhaus gleichgezogen, während Nittel mit vier Punkten Vorsprung an der Spitze thronte. In dieser spannenden Konstellation wäre es in das Finale gegangen.

Ganz heiße Titelkandidaten waren auch die Brüder Markus und Lukas Fester, die mit ihrem vom East Racing eingesetzten 325iS E90 die 325iS Spezial Cup Klasse beherrschten. In allen sechs Rennen stand entweder Markus oder Lukas Fester ganz oben auf dem Podium. Den Ausschlag in der Meisterschaftswertung gab letztlich die Anzahl der Starter in der Klasse. Hatte Markus Fester beim Saisonstart fünf Klassengegner, schrumpften diese auf drei im zweiten Rennen zusammen. Dadurch konnte Lukas Fester im Gegensatz zu seinem Bruder nur neun Zähler sammeln. Somit schnappte sich Markus Fester nicht nur den Titel in der Klasse, sondern auch die Vizemeisterschaft. Lukas Fester konnte sich immerhin mit dem dritten Meisterschaftsrang trösten. Auf Grund der Anzahl der Siege ließ er die 318er Meute hinter sich. Dritter bei den 325er wurde Alexander Bux (325iS E36).

Bei den GTR4 Fahrzeugen sicherte sich Andreas Hansen im BMW 325is E36 den Klassentitel. In der GTR3 Klasse setzte sich Marc Peeters (335i E90) gegenüber „Tom Schuster“ (320i E46) durch. Den Ausschlag gab hier, dass sich Peeters als einer der wenigen GTR-Piloten nach Meppen wagte. Dort feierte GTR2 Champion Niklas Koch (MINI R56) zwei Gesamtsiege. Der Mini-Pilot trat bei sechs Rennen an und landete davon fünfmal auf dem ersten Platz in der GTR2 Klasse. Hinter Koch belegten Tom van Hezewijk (M135i GTR) und Maurice Thormählen (M3 GTR 3,3 E46) die weiteren Plätze. Punktbester Pilot der GTR1 Klasse wurde Christoph Driescher im M3 GTR E90. Auf dem Lausitzring feierte Driescher in diesem Jahr seinen ersten Gesamtsieg. Dahinter landeten Jens Smollich (M2 GTR) und Eric van den Munckhof (BMW Z4 GTR 3,3).

Corona zum Trotz war es eine starke Saison der DMV BMW Challenge. Mit 35 Piloten lockte die Serie so viele Teilnehmer wie noch nie an die Lausitz. Das wurde mit 53 Fahrzeuge im Training sowie 46 im Rennen auf dem Sachsenring noch einmal getoppt. Besonders stark war die 318er Klasse besetzt. So starteten am Sachsenring 21 Fahrzeuge. Doch auch die 325er Klasse konnte am Sachsenring mit 10 Teilnehmern überzeugen. Die GTR Klassen verzeichneten ebenfalls einen Zuwachs. Mit acht Fahrzeugen war die GTR1 beim dritten Lauf auf dem Sachsenring besonders voll. Bei den sechs Rennen fuhren gleich fünf verschiedene Piloten Gesamtsiege ein. Nur Niklas Koch glückte ein Doppelsieg. Damit bringt es Koch auf bisher drei Gesamterfolge in der DMV BMW Challenge. Auch Eric van den Munckhof und Marco Hürbin (M4 GT4) schraubten ihr Siegeskonto weiter nach oben. Premierensiege gab es in diesem Jahr für Christoph Driescher und Nick Hancke (325iS GTR E90).

Die Saison hätte wohl ein anderes Ende verdient. Dennoch überwiegt das Positive, denn die DMV BMW Challenge konnte im Gegensatz zu anderen Serien selbst in diesen schwierigen Zeiten ihren positiven Trend weiter fortsetzen.