Entscheidung in der letzten Runde

Es war das Duell der Rennfamilien Koch (M235i RS) und Thormaehlen (M3 GT 3,3 E46). Am Ende siegten die beiden Brüder und Eidgenossen Dario und Timo Koch beim vierten Saisonlauf der DMV BMW Challenge in der Lausitz. Rang drei holte sich Marvin Otterbach (328i E36), der als Solist das 2-Stunden-Rennen in Angriff nahm.

Wenn man von 53 Runden insgesamt 52 in Führung liegt, ist ein zweiter Platz alles andere als zufriedenstellend. Von Anfang an lagen Hinrich und Maurice Thormaehlen mit ihrem BMW M3 in Front. Bereits im Qualifying hatte das Vater-Sohn Duo klar die schnellste Rundenzeit in den Asphalt geknallt. Gleich nach der Startfreigabe legten die beiden ein hohes Tempo vor, welches die Zweitplatzierten Koch/Koch nicht mitgehen konnten. Währenden die Führenden ihren Stopp lange hinauszögerten, kam der Schweizer BMW früh an die Box. Als die Spitzenreiter stoppten, war der Abstand auf Rang zwei bereits so groß, dass die Führung bestehen blieb. Gegen Rennende sah alles nach einem deutlichen Erfolg aus. Dann kamen die letzten zwei Runden. „Zwei Runden vor Schluss hatten wir wegen dem leeren Tank Aussetzer. Nach kurzem Funk mit der Box entschied ich mich zum Nachtanken. Wir mussten nur fünf Liter tanken, doch wegen des Safety Cars zeigte die Boxenampel Rot. Ich musste eine halbe Runde an der Box stehen, was uns am Ende den Sieg gekostet hat“, beschrieb Maurice Thormaehlen die letzten Rennminuten.

Dadurch rutschten Dario und Timo Koch noch auf Platz eins nach vorne. Das Brüderpaar aus der Schweiz hatte zumindest das Tempo der Gesamtführenden mitgehen können, ohne aber in wirkliche Schlagdistanz zu kommen. Vor allem der erste Boxenhalt hatte zu viel Zeit verschlungen, um die Spitze im Rennen zu übernehmen. Als alles nach einem zweiten Rang für die Eidgenossen aussah, überschlugen sich die Ereignisse. In der letzten Runde übernahm man Gesamtrang eins. „Ich bin die zweite Session gefahren. Bei mir lief es auch super. Es gab keine Zwischenfälle und die Rennverhältnisse stimmten. Es hat alles gepasst und wir sind happy über den gemeinsamen Erfolg“, freute sich Timo Koch. Den Start hatte Bruder Dario übernommen, der in der Schweiz eigentlich Bergrennen fährt: „Dies war mein erstes Rundstreckenrennen. Wir sind gut gestartet und auch gut ins Rennen gekommen. Ich habe nur einen Mechaniker dabei, der sehr gut gearbeitet hat. Da hätte man mit einer größeren Boxencrew noch mehr Zeit herausholen können. Der Tag war erfolgreich.“

Rang drei ging an Marvin Otterbach, der die 2-Stunden Hatz als Solist bestritt. Gerade bei den warmen Temperaturen war dies kein leichtes Unterfangen. Der 22jährige lag zunächst an der sechsten Stelle im Klassement der DMV BMW Challenge. Das bedeutete in der Klasse GTR 3-4 Rang drei hinter Sepp Römer (AVP GTR 2,5 E36), der sich diesmal das Cockpit mit Matthias Ulbrich teilte, und Timo Raff (M235i RC). Knapp eine halbe Stunde vor Rennende kam jedoch für den führenden Römer mit einem Schaden am Antriebsstrang das Aus. In der 44 Runde schnappte sich Otterbach noch Rang drei von Timo Raff. Damit war zehn Runden vor dem Fallen des schwarz-weiß karierten Tuchs der Sieg in der GTR 3-4 sowie Platz drei in der Gesamtwertung perfekt. „Der Sieg heute war schon anstrengend. Einmal die extreme Hitze im Auto und das zwei Stunden lang. Dann waren die Kontrahenten auf den Geraden viel schneller. Ich musste in den Kurven immer aufholen, was ich auf den schnellen Geraden verloren hatte. Ich habe natürlich durch den Ausfall von Römer profitiert. Am Anfang fuhr er mir weg, konnte aber später etwas aufholen“, fasste Otterbach die Geschehnisse zusammen. Für Römer reichte es immerhin noch hinter Timo Raff zum dritten Platz in der GTR 3-4.

Über einen starken fünften Gesamtrang sowie den Sieg bei den 325is Cup Autos durften sich Nick Hancke und Thomas Schöffner (325is E36) freuen. Das Duo spannte nach einer einjährigen Pause für die 2-Stunden wieder zusammen. Das zahlte sich prompt aus, wenn auch in der heißen Anfangsphase andere das Tempo vorgaben. Die Cup-Autos schenkten sich nichts. Vorjahresmeister Heribert Haimerl (325is E30) führte den 325er D-Zug vor Hösel/Schumann (325iS E30), Marc David Müller (325iS E46) und eben Schöffner/Hancke an. Aus dieser Vierergruppe brach der 325er von Hösel/Schumann aus, so dass dieser sich einen leichten Vorsprung erarbeitete. Doch mit zunehmender Renndauer tauchte der E36 immer größer im Rückspiegel auf. Nachdem beide gestoppt hatten, wechselte zum ersten Mal die Führung. Nach dem zweiten Halt von Hancke/Schöffner kamen Hösel/Schumann zwar noch einmal kurzzeitig vorbei, doch beim eigenen Stopp wechselte die Führung wieder zurück.

Doch nicht nur das, auch Marc David Müller kam währenddessen vorbei. Damit hieß es am Ende für Hösel/Schumann Klassenrang drei. „Wir waren auf das Zweistundenrennen nicht so richtig vorbereitet und haben bei der Zeitnahme einen Fehler gemacht, wodurch wir über eine Minute verloren haben“, so Jens Hösel. Freude herrschte dagegen bei den beiden siegreichen Piloten. „Es war schön mal wieder am Steuer zu sitzen. Aber durch die Hitze war das Rennen schon anstrengend. Ich freue mich, dass ich zum Sieg habe beitragen können“, gab Schöffner zu Protokoll. Eine sehr zufriedene Miene trug auch Teamkollege Nick Hancke zur Schau: „Ich wusste nicht genau ob ich in Führung liegend von Thomas übernommen hatte. Das Rennen verlief schon entspannt. Der Klassensieg war eine Teamleistung, denn Thomas Schöffner ist genauso ein guter Fahrer und hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir hier gewinnen konnten.“

Am stärksten war in diesem Rennwochenende die zusammengelegte Klasse der 318is und 318ti-Cup-Autos besetzt. Den Sieg holten sich hier Markus und Lukas Fester auf ihrem 318is E36. „Das Rennen lief gut und wir sind fehlerfrei gefahren. Wir hatten persönlich keine Probleme und es lief alles zufriedenstellend. Am Anfang sind die anderes etwas drangeblieben, aber mit der Zeit haben wir uns dann absetzen können“, berichtete Markus Fester.

Gerade die 318ti Cup Autos lieferten sich zu Beginn einen heißen und engen Kampf. Zahlreiche Positionskämpfe und Millimeterabstände ließen den Atem stocken. Ioannis Smyrlis sah knapp hinter den Siegern auf Rang zwei und gleichzeitig als Sieger des 318ti Cup das Ziel, während Schubert/Hezler weitere sechs Sekunden dahinter auf Klassenrang drei folgten.